Director
8: Die weborientierten Neuerungen
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Mit
Director 8 gleicht Macromedia offensichtliche Mängel der Vorversion
aus und liefert ein stabiles Produkt. Für Web-Multimedia ist
Director allerdings weiterhin nur eingeschränkt zu empfehlen.
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- erweiterter
Lieferumfang
- Interface-Verbesserungen
- umfangreiche
Skript-Bibliothek
- neues
Imaging- und Soundskripting
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- Plug-in-Download
umständlich
- Schwache
Hilfe
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Macromedias
Authoring-Programm Director ist seit Jahren der fast unangefochtene
Marktführer für Offline-Multimedia, sprich CD-ROMs, Präsentationen,
Terminals etc. Frühere Konkurrenten wie mTropolis oder Toolbook
haben zwischenzeitlich das Zeitliche gesegnet oder sich auf Nischenmärkte
zurückgezogen. Der Name "Shockwave Internet Studio",
den das Paket seit Version 7 trägt, spiegelt den Anspruch der
Herstellerfirma wieder, auch für Web-Multimedia die umfassende
Lösung zu präsentieren - ein Anspruch, der allerdings
nur teilweise eingelöst werden kann.
Web-Multimedia.
Director 8 bietet einen immensen Funktionsumfang: kaum ein Medienformat,
das nicht integriert werden kann, kaum eine Programm-Anforderung,
die mit der eigenen Skripting-Sprache Lingo nicht umgesetzt werden
kann. Viele Aspekte wurden mit der neuen Version weiter für
die Erstellung von Web-Multimedia optimiert: so bietet Director
8 verbesserte Kompressionseinstellungen für Grafik, zahlreiche
Detailverbesserungen rund um die Vektor-Formate Vectorshapes und
Flash (.swf), die Möglichkeit, die Director-"Bühne"
im Browser zu skalieren und damit an die Fenstergröße
des Browsers anzupassen, sowie die Unterstützung von Streaming
Video (QuickTime 4).
Für den Online-Einsatz wird dem Programm allerdings gerade
seine Universalität zum Verhängnis: Während ein "schlankes"
Format wie Shockwave Flash vom gleichen Hersteller einen Plug-in-Download
von wenigen hundert Kilobyte erfordert, sind es beim Shockwave-Plug-in
für Director knapp 4 Megabyte in einem umständlichen zweischrittigen
Verfahren, das nicht unter allen Umständen funktioniert. Wer
also Director-Shockwave-Produktionen auf seiner Website einsetzen
möchte, sollte leidensfähige Besucher haben.
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Online-Spiele.
Macromedia platziert denn auch Shockwave Director in einem anderen
Segment als das Flash-Format: Director soll dazu dienen, komplexe
Online-Spiele, Multiuser-Environments u.ä. zu erstellen. Die
wichtigsten Neuerungen in Director 8 entfalten denn auch insbesondere
bei Online-Spielen ihren Nutzen.
"Imaging
Lingo" genannte Erweiterungen der Skripting-Sprache ermöglichen
nun den direkten Zugriff auf Bildinformationen von Darsteller- oder
Bühneninhalten. Damit sind programmgesteuerte Bild- und Alpha-
(Transparenz-)manipulationen möglich - eine hervorragende Möglichkeit,
tile-basierte Spiele und platzsparende Animationen zu erstellen.
Auch
die grundlegende Überarbeitung der Sound-Features - in Director
8 ist fast jeder Aspekt von Sounds (Abspielposition, Pan, Volume,
Loop-Punkte etc.) mit Lingo steuerbar, eine Abspiel-Queue kann angelegt
werden - zielt darauf, dem Programmierer die Mittel an die Hand
zu geben, mit wenig Ausgangsmaterial (kurze Loops, Mini-Samples)
ein Maximum an Sound-Experience zu produzieren.
Multiuser-Anwendungen.
Trotz aller Anstrengungen des Macromedia-Supports hat der bereits
im Lieferumfang des Director 7 Studios befindliche Multiuser-Server
nicht die gewünschte Breitenwirkung erzielt. Macromedia hat
die Konsequenzen daraus gezogen: im Director 8-Studio-Paket ist
eine volle 1000-User-Lizenz des Multiuser-Servers Version 2.0 enthalten
- ein Lizenzumfang, für den Macromedia vor wenigen Monaten
noch 10.000 US-Dollar haben wollte. Allerdings ist der Server
weiterhin nur für MacOS und Windows, nicht aber für UNIX
erhältlich.
Einen Multiuser-Chatroom zu erstellen, ist mit den mitgelieferten
Behaviors in Drag-and-drop-Arbeitsweise in zehn Minuten möglich,
für zahlreiche weitere Anwendungen (peer-to-peer-Anwendungen,
Kommunikation von Shockwave-Filmen mit SMTP- und IRC-Servern u.v.m.)
gibt es unter http://poppy.macromedia.com/%7Esallen/multiuser/openlingo.htm
Anwendungsbeispiele.
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Aufräumarbeiten.
Director 7.0 war das instabilste und fehlerbehaftetste Release der
Firmengeschichte, was zu einiger Verstimmung in der sehr aktiven
Director-Community geführt hatte. Mit Director 8 wollte man
die Entwickler wieder durch Qualität - und weniger durch neue
Features - zurückgewinnen. Soweit das mit der vorliegenden
(späten) Beta-Version zu beurteilen ist, wird Director 8.0
tatsächlich stabiler sein, wenn auch nur in Ausnahmefällen
schneller als die Vorversion.
Auch
das Director-Interface benötigte dringend ein "Lifting"
- wichtige Einstellungen waren in Dutzenden von Menü-Befehlen
und zahllosen Dialogboxen versteckt. Der zentrale Property-Inspektor
bündelt in nun Director 8 alle Einstellungen (vgl. Abbildung),
eine sortierbare Listenansicht der Besetzungen bietet mehr Übersicht
auch für die integrierten Medien.
Weitere Detailverbesserungen sorgen für ein effizienteres Arbeiten:
Zoom-Funktion für die Bühne sowie "Pasteboard"
rund um die Bühne, Hilfslinien zum Positionieren von Sprites,
Sperren von Sprites (gesperrte Sprites können auf der Bühne
nicht verändert werden und sind "transparent" für
Mausklicks), externe Skripte (bessere Versionsverwaltung beim Authoring,
außerdem kann so auch ein externer Texteditor für umfangreiche
Editierarbeiten genutzt werden) sowie ein neuer Publish-Befehl mit
umfangreichen Möglichkeiten zur Voreinstellung (der vor allem
die Shockwave-HTML-Einbindung erleichtert).
Das
programminterne Hilfe-System ist dabei leider nicht im wünschenswerten
Umfang renoviert worden, sodaß Anwender weiter auf die mitgelieferten
Handbücher oder Sekundärliteratur angewiesen sind.
Einsteiger.
Die Lernkurve für Director ist weiterhin relativ steil, allerdings
bietet eine umfangreiche Palette mit vorgefertigten Skripten (Behaviors)
die Möglichkeit zum "Drag-and-drop-Authoring"; der
Behavior-Inspektor erlaubt außerdem weiterhin ein assistiertes
Erstellen von einfachen Skripten. Drei Websites bieten deutschsprachige
Information und Diskussion (www.lingopark.com,
www.startmovie.net,
www.directorworkshop.de).
Fazit.
Mit den Einschränkungen im Hinterkopf, die insbesondere der
umständliche Shockwave-Download mit sich bringen, ist Director
8 besser denn je für Internet-Produktionen gerüstet. Haupteinsatzgebiet
sind Online-Spiele und komplexe Programmierung, die nicht durch
andere Webtechnologien (Flash, DHTML etc.) abgedeckt werden können.
[Joachim Gola]
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