Kurz
& knapp: Macromedia Director 7
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Workshop-Seite
erschienen in Page 2/99
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Ein Update, das mit neuen
Features vollgeladen ist: Director 7 ist die gründlichste Überarbeitung
des Autorentools seit Version 4.
Die
neueste Version 7 der Autorensoftware Director folgt der seit Version
4 bewährten Update-Philosophie im Hause Macromedia: Kontinuität
wird großgeschrieben, und alle wesentlichen Teile der Benutzeroberfläche
blieben und bleiben auch jetzt unverändert. Daß es dennoch
das wichtigste Update der Firmengeschichte ist, erschließt
sich erst beim genauen Hinschauen.
Macromedia hat sein Flaggschiff Director 7 gründlich umgebaut
und dabei eine Fülle der von Anwendern lange gewünschten
Features integriert. Von Grund auf renoviert wurden der Grafik-
und Textbereich - hier gibt es faszinierende neue Möglichkeiten
für Director-Programmierer, aber auch für die Zusammenarbeit
zwischen Grafiker und Programmierer.
Über Dutzende weiterer neuer Features werden sich vor allem
die Fortgeschrittenen Director-Anwender freuen, während Einsteigern
mit einer neuen Palette, die eine umfangreiche Sammlung von fertigen
Script-Objekten ("Behaviors") enthält, der Start
im mächtigen Autorentool leicht gemacht wird. (Abbildung)
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Unterstützte
Plattformen
Die wichtigste Änderung
ist allerdings eine Verschlechterung: Director 7 wirft die "alten
Plattformen" - also Windows 3.x und 68-K-Macintosh - nun endgültig
über Bord. Angesichts der neuen Features, die teilweise sehr
performance-hungrig sind, sicher eine sinnvolle Entscheidung; wer
allerdings noch für "alle" Rechner produzieren muß,
sollte das Update tunlichst im Schrank stehen lassen.
Der Player-Code in der
Authoring-Umgebung ist nun prinzipiell identisch mit dem des "Projektor"
genannten Players und dem des Shockwave-Browser-Plug-ins bzw. DirectX-Controls.
Trotz gegenteiliger Marketing-Statements Macromedias wird der Player
allerdings weder kleiner noch unbedingt schneller sein. Entwickler-Aussagen
zufolge wurde die Ausführungsgeschwindigkeit für 32-Bit-Windows-Plattformen
optimiert. Am Mac verhält sich zumindest die Entwicklungsumgebung
eher träge.
Ein neuer Mechanismus zum
Xtras-Download vervollständigt nun die Director 7-Shockwave-Architektur:
das Browser-Plug-in (bzw. ActiveX-Control bzw. auch ein normaler
Projektor) kann nun selbsttätig benötigte Xtras und andere
Updates aus dem Internet laden und direkt zum Abspielen verwenden.
Als weitere Abspielplattform steht Java zur Verfügung - allerdings
unterstützt die Java-Konversion trotz einiger Verbesserungen
weiterhin nicht den vollen Funktionsumfang von Director 7.
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Neue Grafik-Features
Was Macromedia der Grafik-Engine
von Director 7 an Neuigkeiten spendiert hat, kann sich sehen lassen;
hier finden sich die meisten und in der täglichen Arbeit wichtigsten
Neuerungen: ein neues Vektorformat, die Möglichkeit zur Rotation
und Verzerrung von Sprites, volle Alphakanal- und Masken-Unterstützung
und ein neues und endlich RGB-taugliches Farbmodell, um nur die
wichtigsten zu nennen.
Eine weiterentwickelte "Flash-Engine", die die Darstellung
von Macromedia Flash 2 und 3-Dateien sowie der neuen "Vectorshapes"
ermöglicht, erschließt nun Vektorgrafiken für Director-Anwendungen.
Komplexe Grafiken und Animationen können wie gewohnt in Macromedia
Flash oder Freehand erstellt und in Director eingebunden und gesteuert
werden. Einfache Vektor-Objekte lassen sich nun direkt in Director
erstellen und scriptgesteuert manipulieren - ideal beispielsweise
für die Generierung von Business-Grafiken on-the-fly.
Rotation und Parallelverzerrungen ("Skew") lassen sich
in Director 7 direkt auf Darsteller auf der Bühne anwenden
und ebenso wie Pfad- und Farbmanipulationen automatisch animieren
("Tweening"). Dies bietet - zusammen mit Alphakanälen
und RGB-Masken - bestechende neue Animations- und Kompositionsmöglichkeiten;
vielfach wird man auf die Produktion der Animationszustände
als Einzelbitmaps einfach verzichten können. "Quadding",
die zusätzliche freie Verzerrung von Bitmap- und Vektorobjekten,
ermöglicht es außerdem, mit einigem mathematischem und
Scripting-Aufwand 3-D-Welten zu erzeugen, zu animieren und interaktiv
zu steuern.
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Neue Text-Engine
Weichgezeichneten (anti-aliased)
Text gibt es seit Version 5 in Director. Im Grunde wurde die Typo-Information
bisher einfach in eine Bitmap umgewandelt und war zur Laufzeit nicht
mehr änderbar. Director 7 bietet eine vollkommen neue Herangehensweise:
Text hat nun zu jedem Zeitpunkt vier Repräsentationen, eine
Text-, eine RTF-, eine HTML- und eine Bitmap-Repräsentation.
Diese können jederzeit ineinander überführt werden.
Somit bleibt weichgezeichneter Text jederzeit - auch im Projektor
- editierbar
In Programmen wie Microsoft Word oder HTML-Editoren können
Text-Layouts extern vorgearbeitet werden, und ebenso lassen sich
Texte aus Director in die entsprechenden Austauschformate umwandeln.
Schließlich sind Textdarsteller animierbar wie Bitmap-Grafiken
- was allerdings nicht immer sinnvoll ist: rotierten Text sollte
man auch weiterhin in Photoshop erstellen...
Vervollständigt
wird das neue Texthandling durch die Möglichkeit, Fonts in
die Director-Datei einzubetten - auf Wunsch mit Bitmapfonts in angebbaren
Größen oder auch nur ein Subset von Zeichen. Auch aus
typographischer Sicht sind die schlimmsten Fehler der Vorversionen
behoben.
Weitere neue Features im
Textbereich sind eine Hyperlink-Funktion und ein Xtra, das das Parsing
von XML-Dokumenten ermöglicht.
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Lingo wird
effektiver
Neben dem Wegfall von überkommenen
Einschränkungen (32K-Limit bei Feld- und Scriptdarstellern)
und "hunderten neuer Lingo-Kommandos" (die vor allem mit
dem Handling der neuen Grafik-, Text- und Internetfunktionen zu
tun haben) ist beim Scripting vor allem die neue "Dot-Syntax"
zu erwähnen. Insbesondere der Zugriff auf Listen und Objekt-Properties
vereinfacht sich damit deutlich, zudem wird Lingo damit anderen
Scripting- und Programmiersprachen ähnlicher. Daß nun
Scripts auch automatisch eingefärbt werden können (Syntax
Coloring), fällt wohl eher in die Rubrik der performancehungrigen
Gimmicks.
Internet-Funktionen
Hört man auf die Macromedia-Werbeaussagen,
so wird Director mit diesem Update zum Internet-Programm. Tatsächlich
hat sich bei den Internet-Funktionen im engeren Sinn aber wenig
getan: einige neue Netlingo-Befehle (z.B. der aus HTML bekannte
POST-Befehl und verbesserte Caching-Kontrolle) und eine Multiuser-Architektur,
die das Einloggen von mehreren Director-Clients auf einem Server
oder auch Peer-to-peer-Verbindungen ermöglicht, sind die einzigen
Internet-spezifischen Änderungen. Viele der bereits genannten
Features im Grafik- und Textbereich sind im Netz allerdings mindestens
genauso nützlich wie bei einer CD-ROM-Produktion - so daß
der Marketing-talk vielleicht doch seine Berechtigung hat.
QuickTime
und Sound
Wie schon die Vorversion
nutzt Director 7 die Möglichkeiten von QuickTime 3 - aber erst
mit dieser Version ist Apples Multimedia-Engine vollständig
in die Programmarchitektur Directors integriert. Neben den QuickTime-eigenen
Kompressionsschemen und Medientypen bietet Director 7 für Audio
die auf MPEG-Layer-3 beruhende Shockwave-Audio-Kompression sowie
direkte MP3-Unterstützung.
Fazit
Wer die "alten"
Plattformen nicht zu unterstützen braucht, wird angesichts
der Fülle neuer und sinnvoller Features glücklich. Und
der Rest ärgert sich...
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